Feuer in den Alpen am 8. August 2020

FUNPARK ALPEN?!
Die Alpen haben eine wechselhafte Geschichte. Ueber lange Jahrhunderte galten sie als Ort, wo Naturgewalten das Schaffen des Menschen klein und vergaenglich scheinen liessen, wo Missernten und Hunger den Alltag bestimmten. Zum "Spass" kam lange Zeit niemand in die Alpen.

Vom Schlepplift zur Bespassung
In den 1950er Jahren wurden die Skilifte erfunden. Endlich generierte der Tourismus das ganze Jahr ueber Wertschoepfung und ergaenzte die bis anhin dominierende Landwirtschaft um einen wertvollen Wirtschaftszweig. Bald kamen grosse Gondelbahnen hinzu. Die Investitionen stiegen, und je laenger je mehr waren die Bergbahnen darauf angewiesen, die Wintersaison moeglichst lange hinzuhalten, um die teuren Investitionen zu amortisieren. Wo erst mit einzelnen Schneekanonen Engpaesse ueberbrueckt wurden, scheint heute ein Skibetrieb ohne Kunstschnee nicht mehr denkbar.

Es ist bedeutend schwieriger, Bergbahnen im Sommer rentabel zu betreiben, denn anders als beim Wintersport fehlt die zentrale Attraktion und das Publikum ist viel diverser. Und da der Gast im Sommer normalerweise bloss eine Berg- und Talfahrt benoetigt und die Ticketpreise dementsprechend tiefer sind, muessen weitere Konsummoeglichkeiten geschaffen werden, welche die Bergbahnen querfinanzieren. So wird auch im Sommer kraeftig investiert: laengst nicht mehr nur in Haengebruecken und Rodelbahnen, nein, auch in kuenstliche Klettertuerme, in Alpine Coasters und Sternensauser, Flying Fox und Stuckli Jump. Die Liste liesse sich beliebig fortsetzen.

Solidaritaet zwischen Berg und Tal statt Funpark Alpen
Den Herausforderungen, mit welchen die Alpentaeler konfrontiert sind, muessen die Alpenlaender solidarisch begegnen. Doch ob bis ins hinterste Alpental ein uneingeschraenktes Wachstumsparadigma zu gelten hat ist mehr als fraglich. Ebenso ungewiss ist es, ob ein aggressiver und intensiver Tourismus das richtige Mittel ist, gegen Abwanderung, Strukturwandel und demographischen Wandel vorzugehen. Viel wichtiger als die ungerechtfertigte Fokussierung auf den Wintersport, dessen Zukunftsaussichten alles andere als rosig sind, waere eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Potenzial der einzelnen Regionen und ihren ganz eigenen Entwicklungsperspektiven. So koennte die Zukunft in den Alpen aktiv gestaltet werden - sicher die bessere Wahl als ein blindes Vertrauen in den nicht zukunftsfaehigen Intensivtourismus.

--> Katharina Conradin, Praesidentin CIPRA International in der Broschuere "Funpark Alpen?"

 

Feuer-Infos 2020

--> CIPRA Slovenija: Ogenj v Alpah 2020 (Gorenjska, Slowenien)

--> Feuer in den Alpen 2020: "Zukunft der Alpen: Qualitaet vor Quantitaet"

--> 2. Rundbrief - Juli 2020

--> Thema fuer Feuer in den Alpen 2020 - fairunterwegs.ch, Juni 2020

--> 1. Rundbrief - April 2020

Feuer am Bantiger bei Bern von CIPRA, mw und SL Schweiz
Es braucht dringend einen Paradigmenwechsel im Tourismus. Die Corona-Krise hat gezeigt, wie anfaellig und zukunftslos der Massentourismus ist. Touristische Grossprojekte, welche Natur und Landschaft zerstoeren, haben definitiv ausgedient. Wir moechten die Augen oeffnen fuer die Schoenheiten im direkten Wohnumfeld. Ein sanfter Tourismus im Mittelland schuetzt die Umwelt und entlastet den Alpenraum.

--> Dieses Jahr ein Feuer am Bantiger mit Blick auf die Alpen

--> Flyer zum Feuer von CIPRA, mountain wilderness und Stiftung Landschaftsschutz Schweiz

Mahnfeuer am Dobratsch
Am Samstag den 08. August um 19h30 wird am Dobratsch wieder "gezuendelt". Das "Feuer in den Alpen" am Dobratsch hat eine lange Tradition und setzt jedes Jahr am zweiten Augustsamstag ein eindrucksvolles Zeichen fuer den Erhalt des natuerlichen und kulturellen Erbes des Alpenraumes.

--> Einladung vom Verein Naturpark Dobratsch

Feuer auf dem Sidelhorn
Der Vorstand des Grimselvereins laedt Mitglieder, Freundinnen und Freunde herzlich zum "Feuer in den Alpen 2020"auf dem Sidelhorn ein.

--> Mehr infos auf dem Flyer...

Feuer-Mitmach-Aktion der Alpen-Initiative
Wie schon in den vergangenen Jahren reihen wir uns auch diesen August in die Kette der Mahnfeuer im gesamten Alpenbogen ein. Dieses Jahr fuehren wir jedoch gemeinsam eine schweizweite Mitmach-Aktion durch. Ein groesseres Hoehenfeuer-Event mit vielen Beteiligten waere aufgrund der Corona-Krise nicht moeglich. Mit Ihrer Hilfe entfachen wir viele kleine Feuer und fuegen diese digital zu einem grossen Feuer zusammen.

--> Machen Sie mit...