Falo Castello di Mesocco 2012


Von 1988 bis 2002

Von einmal 1000 Feuern zu heute 1000 Aktiven

--> Zusammenfassender Text zur Feuer in den Alpen von Stefan Grass im Buendner Tagblatt (07.07.2017)

Hoehenfeuer gehen auf eine uralte Tradition zurueck: Schon im Mittelalter dienten sie als Warnsysteme bei drohender Gefahr!

Die ersten Widerstandsfeuer brannten 1988:
"Neunundachtzig Frauen und Maenner trafen sich bei stroemendem Regen 1986 im Madris am ersten Alpfest zur Erhaltung des Tales. Zwei Jahre spaeter brannten die ersten Widerstandsfeuer auf weit ueber 100 Buendner Alpen, aus gemeinsamer Sorge um Curciusa, Madris und alle anderen stauseebedrohten Taeler. Und seither wurde an jedem zweiten Augustwochenende gefeuert."
(Quelle: Madris-Rundbrief, 1991 im Archiv von Kaspar Schuler)

1988 wurde die Idee einer europaeischen Lichterkette aufgenommen:
Auf Anhieb brannten Hunderte von Feuern als Zeichen des Widerstandes. Jahr fuer Jahr wiederholten Aelplerinnen und Aelpler, regionale Berggebiets-Vereinigungen, Solidaritaets- und Umweltbewegungen aus vielen Alpenstaaten, diese alpenuebergreifende Aktion. Ueber tausend Mahnfeuer sind am Samstag 10.08.1997 auf Berggipfeln und Passhoehen des europaeischen Alpenraums entfacht worden. Umweltaktivisten protestierten damit gegen die Zerstoerung der Alpen.

--> Buendner Tagblatt am 11.08.1997: Ueber tausend Mahnfeuer

Bis zum UNO-Jahr der Berge 2002
Die durch die Hoehenfeuer kommunizierten Botschaften sind alljaehrlich ein Spiegel der aktuellen, zu Besorgnis Anlass gebenden Problemfelder in den Alpen. Mitte der achtziger Jahre symbolisierten die Hoehenfeuer unter anderem im Val Madris, Val Curciusa, Grimselgebiet, auf der Alp Bernina-Palue den Widerstand gegen die Nutzung der letzten freifliessenden Gewaesser durch Pumpspeicherprojekte. Viele dieser letzten noch naturnahen Hochtaeler bleiben wahrscheinlich fuer die kommenden Generationen erhalten. Ein Dauerbrenner ist der staendig wachsende Transitverkehr, welcher ganze Taeler im Alpenraum zu ersticken droht. Ende der achtziger Jahre begannen sich in verschiedenen Alpenregionen Widerstandsgruppen zu bilden, welche sich bis heute fuer eine Umlagerung auf die Schiene engagieren.

CIPRA Schweiz �bernimmt Organisation
Die CIPRA Schweiz hat ab 2001 die Traegerschaft und Organisation fuer Feuer in den Alpen uebernommen. Sie kann fuer die Hoehenfeuer auf ein alpenweites Netzwerk (CH, A, D, I, Sl, FL und F) mit zahlreichen Lokal- und Regionalgruppen zugreifen.

Auch im UNO-Jahr der Berge 2002 steht die Thematik "Transit" wieder zuoberst auf der alpenpolitischen Agenda. Viele regionale Organisatoren und Organisatorinnen von Hoehenfeuern entlang den Transitrouten fordern die sofortige Umsetzung einer menschen- und umweltvertraeglichen Verkehrspolitik. Neben umweltpolitischen Themen werden auch Fragen der wirtschaftlichen Zukunft des Alpenraumes sowie der soziokulturellen Identitaet aufgeworfen. Darin drueckt sich der immer mehr ins oeffentliche Bewusstein rueckende Gedanke der nachhaltigen Entwicklung aus, welcher auch in der Alpenkonvention beruecksichtigt wird.

Kreative Rahmenprogramme wie Fackelketten, Musik von Jazz bis zu neuen Alpentoenen, welche die traditionelle Volksmusik mit neuen progressiven Elementen verknuepfen, Poesie, Theater, philosophische Lesungen, Kunst, usw. thematisieren begleitend die Anliegen von Feuer in den Alpen 2002.

--> Der flammende Schriftzug "Berg frei" soll 100 Meter hoch und 400 Meter breit werden (Standard 08.08.2002)

 

2003 bis 2019

Weiterhin brennen jaehrlich Feuer vorallem in der Schweiz, wenn auch nur noch vereinzelt immer wieder in Oesterreich, Deutschland, Italien und Slovenien. Es geht weniger um das "Feuern", als mehr um die Menschen im Alpenraum, die sich durch die Aktion solidarisch verbunden fuehlen und bleiben. Die Symbolkraft der Feuer ist vorallem im Vordergrund, nicht das Abbrennen von Holz in "luftbelasteten Zeiten".

Seit dem Jahr 2003 treffen sich Suedtiroler und Nordtiroler Bergsteigerinnen alljaehrlich bei "Feuer in den Alpen" zu einem gemeinsamen Bergerlebnis, zu kulturellen Aktionen und zu kulturellem Gedankenaustausch.

Nach 2006 mit immer noch 30 Feuern, wurden im 2007 wieder gegen 40 Feuer in der Schweiz, Oesterreich sowie einige in Deutschland und Italien und ausnahmsweise eines in Kirgisien entfacht. Seit 1989 organisiert der Grimselverein auf dem Sidelhorn immer wieder ein Feuer.

--> Feuer des Grimselvereins 2006/2007/2009 (Jungfrau Zeitung)

Ab 2008 brennen jedes Jahr Feuer, vorallem in der Schweiz und wieder vermehrt in Oesterreich innerhalb eines harten Kerns, welcher die Tratition der solidarischen Feuer in den Alpen am zweiten Augustwochende weiter pflegt. Zum Beispiel seit 1994 organisiert Gerhard Leeb ein Feuer auf dem Dobratsch in Kaernten.

--> Feuer auf dem Dobratsch 2012 (ORF)

Immer wieder brennen Feuer in Bayern, Slowenien und Suedtirol. Einige neue kommen in "Eigeninitiative" immer wieder dazu. Im 2014 beispielsweise mehrere Feuer in Kaernten und Friaul gegen eine Hochspannungsleitung im Grenzgebiet A/I.

--> Feuer in den Alpen 2014 gegen die Stromautobahn (youtube 2:19 Min)

Die Alpen-Initiative war von anfang an immer dabei und organisiert jedes Jahr einen gut besuchten Feuer-Event mit ReferentInnen zum Transitgueterverkehr.

--> Mahnfeuer 2015 gegen die 2. Gotthardstrassenroehre (youtube 48 Sek)

Am zweiten Augustwochenende 2016 brannten in Deutschland, Oesterreich, Schweiz, Italien und Slowenien Hoehenfeuer fuer einen intakten alpinen Lebensraum. Zwar nicht mehr so viele wie 2002 im UNO-Jahr der Alpen; noch immer aber sind alljaehrlich rund 1000 Menschen dabei.

--> Lodernder Akt der Solidaritaet in den Alpen 2016 (Suedostschweiz)

CIPRA Slovenija macht jedes Jahr einen Feueranlass und veroeffentlichte 2018 ein Video auf Slowenisch mit englischen Untertiteln.

--> Ogenj v Alpah 2018 - Povrnimo zivljenje gorskim jezerom (youtube 3:29 Min.)

Klimakrise und Nationalismus seien die beiden groessten Bedrohungen unserer Zeit, meint Kaspar Schuler, seit Juni 2018 der neue Geschaeftsfuehrer von CIPRA International und Mitbegruender der Feuer anlaesslich des 30. Jubilaeums von "Feuer in den Alpen".

--> Fuereinander brennen statt gegeneinander zuendeln (Standpunkt 2018 in den alpMedia News)

Nejc Kavka hat fuer CIPRA Slowenien einen Film ueber Feuer in den Alpen im 2019 gemacht: Slowenisch mit englischen Untertiteln

--> OGENJ V ALPAH 2019, Dokumentarni film (youtube 18:31 Min.)